Schön gemacht, aber was soll so ein polemischer Rundumschlag gegen aber auch komplett ALLE Medien denn nun bringen? Lautet die Quintessenz dieses Videos: “Die Medien lügen” – ein Satz, den man sonst vor allem von Nazis hört? “Informiere dich” heißt das oberlehrerhafte Fazit am Ende – aber wo denn nur, wenn die Medien doch allesamt kacke sind?
Der Ansatz ist zwar grundsätzlich richtig, aber die Schlussfolgerung müsste zwingend in Richtung “Breite Medienkompetenz” gehen. Das kommt m.E. nicht rüber, sondern eher die höchst problematische Botschaft “Informiere dich woanders, aber bloß nicht in den Medien”. Das halte ich für äußerst gefährlich.
Lieber Oldenwürger, zugegeben, ich mußte das Video erst drei mal ansehen, bevor ich es einigermaßen richtig verstanden hatte. Unter http://www.schwarzwiemilch.de gibt es hilfreiche Ergänzungen, um Zugang zu dem Film zu erhalten.
1.) Der Film ist Kunst, keine Reportage oder ähnliches.
2.) “Natürlich” manipuliert der Film selbst auch. Das gehört ja zum Effekt mit dazu. Beispiele: “Die Menschen reden ausschließlich über Dinge, die ihnen die Medien eingetrichtert haben.” oder das zweite “und jetzt” ganz am Ende.
Schon klar, dass der Ansatz ein künstlerischer war – und in dieser Hinsicht ist er auch ganz sehenswert -, aber das ändert ja nichts daran, dass der Film eine konkrete Aussage trifft, an der er dann halt auch gemessen wird. Wenn ein Film aber die Botschaft, die er transportieren will, ohne erläuternde Webseite nicht herüberbringen kann, dann ist wohl etwas schief gelaufen – es sei denn, der Autor setzte darauf, dass der Zuschauer tatsächlich anschließend seine Webseite besucht und sich seine Erklärungen duchliest. Was nur die allerwenigsten machen, wie er ja auch selbst einräumt.
Das subtile Spiel mit der Manipulation, das der Film selbst betreibt, wird mit Sicherheit nur den allerwenigsten Zuschauern bewusst. Was bei den meisten hängen bleibt, ist damit die Aussage, dass man ständig nur belogen wird. Und bei aller berechtigten Medienkritik: Das stimmt so einfach nicht, nicht mal in Oldenburg
. Mit so einer Botschaft schafft man lediglich ein gefährliches Umfeld, dass von Ideologen ausgenutzt werden kann und wird.
Äh, nach zwei Monaten ohne neuen Post sei die Frage gestattet: Alles in Ordnung beim NeWZblog? Oder haben dich die Geheimagenten der Wildwestzeitung erwischt? Oder noch schlimmer – die Anwälte?
Nein, nein, keine Geheimagenten, keine Anwälte… Ich denke, ich habe vermitteln können, daß ich mit diesem Blog eben keine bösen Absichten verfolge, sondern daß ich die Formen der Höflichkeit beherrsche und ansonsten in der Sache hart bin.
Insofern wundert es mich auch nicht, daß die einzige Reaktion seitens eines Medienunternehmens ein freundlicher Telefonanruf bei mir war.
Man darf ja auch nicht vergessen, daß es hier um offene, ehrlich gemeinte Kritik an einem Produkt gibt. Wer sagt denn dem Chefredakteur, Geschäftsführer oder Gesellschafter auf einem Presseball schon offen die Meinung in einer Welt voller Eitelkeiten? Ich behaupte: niemand!
"Die erste Zeitungskritische Internetseite Nordwestdeutschlands möge der Grundstein zur Wiederherstellung einer geachteten, demokratischen und ernst zu nehmenden Presse sein.”
Fritz Bock, NWZ-Gründer ergänzt durch NeWZblog.de
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