Update 15.06.2010: “NWZ-Handyscout” ist eine eingetragene Marke der Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG.
“Ärgern Sie sich oft bei der Zeitungslektüre?”, fragte neulich die FAZ am Sonntag. Marcel Reich-Ranicki, der am vergangenen Mittwoch 90 Jahre alt wurde, beantwortete die Frage so: “Manchmal ärgere ich mich, oft ärgere ich mich nicht.” Allerdings gehören zu seinem Zeitungs-Set nur die FAZ, die “Welt” und die “Süddeutsche”. Die NWZ ist nicht dabei, sonst hätte seine Antwort wohl auch anders ausgesehen.
Während Herr Reich-Ranicki sich über die literarische Güte der Zeitung hermachen würde, muß ich einmal ein Foto kommentieren, das Deutschlands teuerster Handy-Scout, NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim, höchstpersönlich “geschossen” hat. (NWZ, 28.05.2010)
Zum Foto

Deutschlands teuerster Handy-Scout lieferte dieses Foto: Rolf Seelheim, Chef-Redakteur der NWZ (Quelle: ebenda)
Vom technischen Standpunkt aus müßte Herr Seelheim sich selbst kündigen, denn das Foto weist erhebliche Mängel auf:
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Am Rande des Pixel-Universums: ungenügender Dynamikumfang von Handykameras führt zur Kontrasteinbußen (kleines Kästchen)
Kontraste: sowohl die hellen Flächen oben in den Ecken als auch die dunklen Anzüge zeigen nur noch Spuren von Kontrasten
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Tonwerte: alle abgebildeten Personen haben den ganzen Abend Karottensaft zu sich genommen, einen kräftigen Sonnenurlaub hinter sich oder die Kamera war der Aufgabe nicht gewachsen.
- Arrangement falsch: keiner der abgebildeten Personen schaut in die (richtige) Kamera.
Ich komme daher zu dem Schluß, daß dieses Malbild Foto mit einer Handy-Kamera gemacht worden sein muß.
Freunde, ich bitte Euch! Ihr mutiert langsam aber sicher zu den größten Internetausdruckern der Welt! Erst druckt Ihr tonnenweise mein-oldenburg.de (und Derivate) aus, nun auch noch twitpic.com-Geknipse!
Bekommt der Chef-Redakteur dafür, daß er seinen eigenen Artikel und sein Foto nun in die Zeitung gesetzt hat, auch ein entsprechendes Millimeter-Honorar? Ist das ein Insichgeschäft, mit dem er sich selbst Honorar verabreicht? Mit Handyfotos?
Ist die NWZ so geizig, einem ausgebildeten Fotografen die 50 EUR zu gönnen, oder war das ein Anfall von Ad-hoc-Journalismus? Traf Herrn Seelheim die Situation unvorbereitet und fürchtete er den Wettbewerb, dem die abgebildeten Personen tatsächlich in die Kamera schauten? Fragen über Fragen…
So eine ungenügende Fotoqualität hat Rolf Trauernicht nicht verdient! Der Mann hat wenigstens noch Visionen: EuroRapid!
Zum Text
Die Überschrift (“Plädoyer für Transrapid endlich auch in Deutschland”) ist alt, abgegriffen und sehr, sehr weit hergeholt – aus Bayern nämlich. Dort hatte Edmund Stoiber das einzig wahre Plädoyer für den Transrapid gehalten.
Natürlich verliert auch dieser Artikel bei 218 Wörtern kein kritisches Wort darüber, warum der Transrapid sich bisher nicht in Deutschland und der Welt nicht durchgesetzt hat. Dieser Information fällt hier unter den Tisch genauso wie in den anderen 181 Artikeln in den vergangenen 20 Monaten. (durchschnittlich 9 Erwähnungen/Monat)
Hier ein Abriss:
- “Schwebetechnik wird zum Milliarden-Reinfall” (NWZ, 15.11.2008)
- “Bund gibt Transrapid noch Galgenfrist” (NWZ, 29.5.2009)
- “Brasilianer besichtigen Magnetschwebebahn” (NWZ, 12.09.2009)
Ich habe für Analysezwecke einmal auf nwzonline.de nach ‘Transrapid’ gesucht. Das sollte man ruhig mal tun, um einmal zu sehen, wie die NWZ so über die Zeit darüber berichtet.
Wärmstens empfehlen möchte ich dazu mal den Wikipedia-Artikel zum Transrapid: http://de.wikipedia.org/wiki/Transrapid
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